Herbst

Den Herbst in Bratislava verbindet man eindeutig mit ausgezeichneten Weinen und dazu passender Stimmung der Musikfestivals, welche zu dieser Jahreszeit stattfinden.

Sie ermöglichen Einem die regionaltypischen Traditionen kennenzulernen und dabei Spaß zu haben.

Zwischen September und November wird es langsam kälter und die Winzer in den Kleinen Karpaten  fangen mit der Weinlese an. Dieser Moment ist für den Besucher besonders reich an Gelegenheiten, denn es werden zahlreiche Weinfestivals organisiert. Außerdem kann er die heimischen Bewohner in ihrer natürlichen Umgebung bei der Arbeit erleben. Dies ist in der anstrengenden Sommerzeit nicht möglich.

Die erste Weinlese gibt es Mitte September im Stadtteil Rača  unweit des Zentrums von Bratislava. Zu den traditionellen Top-Weinen gehört Blaufränkischer Rotwein, den angeblich schon die Kaiserin Maria Theresia gerne trank. Volles Programm für Erwachsene und Kinder bieten die Vorführungen der Folkloretanzgruppen und der lokalen Musikmacher. Dazu gehört auch die Verkostung slowakischer Küche mit Mostwein (Sturm) und ein Markt mit den Produkten traditioneller Handwerker. Die Winzer meinen, dass der neue Wein das Blut reinigt und demnach soll man so viel davon trinken, wieviel Blut man im Körper hat. Nun viel Glück, wenn Sie sich entscheiden sich an diese Regel zu halten!

Weinlesefeste sind auch auf dem Lande in den kleineren Gemeinden wie Svätý Jur, Pezinok oder Modra sehr beliebt. Hier finden Volksfeste und Weinverkostungen statt und gegessen wir dazu ein bekannter Gänse- oder Entenbraten mit frischem Rotkohl und Kartoffelfladen. Die Fladen werden auch mit Mohn oder Konfitüre als süße Nachspeise serviert.

Gegen den elften November kann man bereits mit dem jungen Wein (Beaujolais) des laufenden Jahres anstoßen. Denn der Tradition nach wurde der junge Wein am St. Martins Tag (der heilige Martin ist der Patron von Bratislava) „getauft“, was der eigentliche Startschuss für seinen Verkauf war.  Viele heimische Lokale knüpfen an diese Tradition an, was für den Besucher heißt, dass er ihn bereits ab Mitte November zum Essen bestellen kann. Ein langes Wochenende im Herbst gehört den Winzern und seinen Kellern, welche für alle geöffnet werden. Hier kann man diesem Handwerk dann zuschauen. Die Winzer erklären  die Herstellung des Weines und man bekommt viele Informationen über seine Geschichte, Verarbeitung, Lagerung und anderes. Dieses Wochenende ist bei den Heimischen sowie bei Touristen sehr beliebt, also ist eine rechtzeitige Kartenvorbestellung empfehlenswert.

Diese Jahreszeit bringt außerdem den Altweibersommer mit sich. In der Luft sind die Düfte des Weines und des guten Gänsebratens. Die bunten Farben der Natur spiegelen sich in den Fluten der Donau. Um in diese Herbstkulisse einzutauchen, besteigen Sie ein Schiff und fahren Sie zur malerischen Burgruine Devín (Theben), wo sich die Donau und die March treffen. Vergessen Sie hier nicht die lokale Spezialität, Johannisbeerenwein (aus schwarzer oder roter Sorte) zu trinken und die Ruine zu besuchen. Bis das Schiff wieder zurückfährt, gibt es genug Zeit dafür. An der Donau finden Sie auch das Freiheitstor das an 400 Opfer des Eisernen Vorhanges erinnert, welche ohne Erfolg versucht haben die sozialistische Tschechoslowakei zu verlassen und in den Westen nach Österreich zu flüchten. Einige Meter weiter finden Sie noch ein großes Herz aus Stacheldraht, das an den sogenannten Hainburger Marsch der Preßburger im Dezember 1989 erinnert.

Im Altweibersommer erklingen nach einer musikalischen Sommerpause für die Klassik viele wunderschöne Konzerte dieses Genres mit voller Kraft und Energie. Das wichtigste Ereignis sind die Preßburger Musikfestspiele, eine weltbekannte internationale Veranstaltung mit einer langjährigen Tradition. Diese Veranstaltung sollte man sich für die Monate September und Oktober eintragen. Bereits jahrelang organisiert ein weltbekannter slowakischer Violoncellist Jozef Lupták das Festival der Kammermusik Konvergencie  (Konvergenzen), das kein Fan der Klassik auslassen sollte.

Die Jazz-Freaks sind herzlichst eingeladen Bratislava im Oktober zu besuchen. Die Bratislavaer Jazz Tage (im Volksmund „Džezáky“) dauern vier Tage und auf der Bühne wechseln sich dann in der Regel viele anerkannte Musiker und Sänger sowie ganz frische Talente aus dem In- und Ausland ab. Am Programm steht dann Alles von Big Band bis Hot Jazz und Cool Jazz. Diese Veranstaltung gehört zu den wichtigen europaweit. Zum Tanz außerdem das Festival des zeitgenössischen Tanzes mit dem Titel Bratislava in Bewegung ein, wo sich auch viele heimische sowie gastierende internationale Künstler sehen lassen. Schließlich lebt man in Herbst in Bratislava dank des Festivals Waves auf der Welle der Musik, das von den hiesigen Pubs und Lokalen ins Leben gerufen wird.

Am 17. November gedenken die Slowaken dem historischen Ereignis, das dem Berliner Mauer Fall gleicht, der Samtenen Revolution. An diesem Tag hat das Volk der Tschechoslowakei einen öffentlichen Protest gegen das kommunistische Regime kundgegeben. Wenn die Besucher Lust haben sich auf die Spur der vierzig Jahre Totalität in Bratislava zu begeben, dann sollten sie in einen alten Skoda 110 steigen und die Retro-Fahrt kann losgehen! Die Tour beginnt beim Denkmal der gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges, führt weiter durch Petržalka, die größte Siedlung der Slowakei, weiter über die Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes (most SNP) und endet im Stadtteil Devín (Theben) beim Freiheitstor – einem Gedenkmahl der Opfer des Eisernen Vorhanges. Die zwei oder vier Stunden lange Fahrt führt auch in den Bunker BS-8, der in den 1930-er Jahren gebaut wurde. Angeblich besuchte ihn auch Hitler persönlich.

Der Herbst endet in Bratislava mit einem relativ kalten Wetter Ende November, wo man sich innerlich mit einem guten Honigwein, Punsch oder Grog aufzuwärmen sucht.

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