Primatialpalais

Das Primatialpalais wurde auf Bestellung vom Kardinal Joseph Graf von Batthyány als der prachtvollste und größte herrschaftliche Sitz in der Stadt gebaut.

Das klassizistische Palais aus dem 18.Jh. ist Zeuge der Unterzeichnung des Friedens von Preßburg, der nach der Drei Kaiser-Schlacht bei Austerlitz, die Napoleon I. gewann, geschlossen wurde. Dies geschah während der goldenen Jahre der damaligen Hauptstadt von Ungarn kurz bevor sie diesen Status verlor. Der Wiener Architekt Melchior Hefele entwarf sein Design im französischen Klassizismus und dieser einmalige Wintersitz des Erzbischofs von Gran (Esztergom) wurde in 1781 fertiggestellt. Gelegentlich bot das Palais die Unterkunft für die Könige nach der Krönungsfeier. Seit 1903 ist es das Rathaus und beherbergt eine unikate Sammlung von sechs englischen Gobelins aus dem 17.Jh. Der repräsentative erste Stock ist für die Öffentlichkeit zugänglich und gilt als die größte touristische Attraktion. Es befindet sich hier nämlich auch der wunderschöne Spiegelsaal, wo Konzerte abgehalten werden aber auch Eheschließungen erfolgen. Das Palais kann man täglich außer montags zwischen 10.00 – 17.00 Uhr besuchen. Sonntags und an Feiertagen um 8:00 Uhr werden in der dortigen St. Ladislaus Kapelle die Messen zelebriert.

Wir empfehlen: Die Unikate Fassade vom Palais und der Springbrunnen

Das Primatialpalais verfügt als das einzige Palais der Stadt über ein Tympanon, welches das Dach teilweise verdeckt. Sehenswert sind die einzigartigen Steinstatuen, die auf dem Dach platziert sind. Die Statuen auf der Attika stellen die Tugenden dar, ein 150 Kilogramm schwerer Kardinalshut steht auf der Spitze des Tympanons. Die Engel an der Front halten die Buchstaben C und I. Sie verbildlichen das Motto des Kardinals: Gerechtigkeit (lat.: iustitia) und Güte (clementia). Die Bildhauer F. H. Prokop und M. Kogler fertigten die Steinstatuen, die eine Mischung der antiken Mythologie mit der christlichen Lehre verkörpern an. Der Bruder vom bekannten Bildhauer Franz Xaver Messerschmidt, Johann lieferte vier verzierende Vasen.

Der bewundernswerte Springbrunnen des Heiligen Georg steht im Innenhof des Palais und zeigt, wie der Ritter nach der Drachentöter-Legende den Drachen im Kampf besiegt. Laut einer Legende verkörpert der Heilige Georg den Bischof und der Kampf gegen den Drachen jenen der Katholischen Kirche zur Verbannung der Reformationsbewegung aus der Stadt. Die Legende besagt, dass der Heilige Georg die Jungfrau Dubravka vor dem Drachen rettet, und er sie als Gegenleistung zur Frau gewinnt. Es wird daher berichtet, dass jedes Jahr am Tag des Heiligen Georgs die steinerne Skulptur zum Leben erwacht, der Ritter sich auf seinem Pferd dreht und sich vor der Stadtbevölkerung verbeugt.

Wir empfehlen: Den Brunnen zur Verrichtung der Strafen

Vor dem Primatialpalais darf man den Brunnen zur Verrichtung der Strafen nicht übersehen. Den Überlieferungen nach diente der Brunnen als ein Bestrafungsort. In dem Stadtbuch stehen die Namen der hiesigen Beschuldigten und deren Strafen geschrieben. Beispielsweise wurden die Bäcker dafür zur Verantwortung gezogen, dass das Gebäck weniger wog oder wenn sie keine guten Zutaten bei ihrer Herstellung nahmen. Hier muss eine Erklärung erfolgen: zu den Aufgaben jeder Zunft gehörte es damals über die Qualität der Produkte, welche von den Meistern auf den Markt geliefert wurden, zu wachen. Bei festgestellten Mängeln wurden gerade die Bäckermeister bestraft, beispielsweise indem sie in die Donau getaucht wurden. Später wurde der Fluss durch den Brunnen getauscht und somit die Strafe gemildert. Dann wurden angeblich die Bäcker in den Brunnen vor dem Primatialpalais ins Wasser getaucht. Der Henker stellte vor dem Brunnen ein hölzernes Gerüst mit Seilzug und einem Hacken auf. Darauf wurde ein großer eiserner Käfig befestigt und der Beschuldigte darin eingesperrt und in den Brunnen getaucht. Der Brunnen diente in Bratislava zu diesen Zwecken bis zum Jahr 1773. Danach verbat der Herrscher Josef II solche Art von Strafen.

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