Die Krönungsstadt

Jahrelang fand die Krönungsfeier der ungarischen Könige am Sitz des ungarischen Erzbischofs in Gran (Esztergom) statt.

Was sprach dafür? Diese Stadt hatte schon seit dem 16.Jh. Stadtmauern mit einem Wassergraben und eine natürliche Grenze von Süden und Osten, welche der gewaltige Fluss Donau bildete. Die Stadt wurde auch aus diesem Grunde von den Osmanen nicht erobert. Somit stellte die sie für die Zeit der Zeremonie der Krönung einen sicheren Ort für den König, den Adel und die Geistlichkeit dar. An den ersten in Bratislava gekrönten ungarischen König Maximilian II., erinnert der älteste Brunnen der Stadt am Hauptplatz, den er im Jahr 1572 im Renaissance Stil erbauen ließ.

Insgesamt wurden in Bratislava bis zum Jahr 1830 zehn Könige und acht Königinnen gekrönt. Eine der bekanntesten war die Kaiserin Maria Theresia, die hier am 25. Juni 1741 die ungarische Stephanskrone erhielt. Während der 40 Jahre ihrer Regierung ist die Stadt zum Zentrum des Ungarischen Königreiches aufgestiegen. Die Burg ist in eine königliche Barockresidenz  umgebaut worden. Maria Theresia machte sich auch dafür verdient, dass Bratislava auf die Liste bedeutender europäischer Hauptstädte kam, wo sie bis zum heutigen Tag ihren festen Platz hat.

Heute kann jeder Besucher die Atmosphäre der Krönungsfeier jedes Jahr im Juni erleben. Die Veranstalter binden immer wieder Neues in den Ablauf der Veranstaltung ein, so wird etwa die Route des Gefolges immer neu fixiert. Dazu muss aber gesagt sein, dass in Wirklichkeit die Route des feierlichen Gefolges strengen Regeln und einer fixen Festlegung unterlag. Die Hauptzeremonie wurde im Martinsdom abgehalten. Von hier aus ging der Monarch mit seinem Gefolge durch Bratislava. Am Hauptplatz begrüßte er seine Untertanen und hielt vor der Franziskanerkirche an. Hier hat er ausgewählte Männer in den Ritterstand des Ordens vom Goldenen Sporn erhoben (Dieser ist der zweithöchste Orden für Verdienste um die römisch-katholische Kirche). Hinter die Stadtmauer mussten dem Protokoll nach die weiteren Schritte des frisch gebackenen Königs führen, wo er im Laufe eines weiteren wichtigen Teiles der Zeremonie den Eid gesprochen hat. Dies kann man auf dem heutigen SNP-Platz hinter dem Michaelertor lokalisieren. Schließlich gelangte das Gefolge zu dem sogenannten Krönungshügel in der Nähe der Donau, (heute der Ľudovít-Štúr-Platz) wo der König symbolisch mit dem Schwert in alle vier Windrichtungen schlug und somit seinem Königreich seinen Schutz versprach.

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