Bratislava in Movement
Das internationale Festival für zeitgenössischen Tanz Bratislava in Movement genießt in der europäischen Gemeinschaft Anerkennung und bietet eine Mischung aus dem Besten der slowakischen und internationalen Tanzkunst.
Das jährliche internationale Festival für zeitgenössischen Tanz Bratislava in Motion bringt visuell kraftvolle, ausdrucksstarke und intensive Tanzerlebnisse in die Hauptstadt. Es ist das größte Festival seiner Art in der Slowakei, das internationale Namen mit der heimischen Szene verbindet und die Grenzen von Bewegung und Ausdruck erweitert.
Die 29. Ausgabe findet vom 6. bis 25. Oktober 2025 statt und die Zuschauer können die Arbeit von Choreografen und Kompanien aus den USA, Kanada, dem Libanon, Spanien und Deutschland sowie einheimischen Autoren sehen.
The festival will take place in various venues throughout the city, and visitors can purchase either a season ticket with a 20% discount or tickets for individual performances.
Season ticket price: 118/59 euros (all/students, pensioners)
Programm
GN|MC Guy Nader | Maria Campos (Libanon / Spanien): Natürliche Ordnung der Dinge
📍 Slowakisches Nationaltheater, Bratislava
Inspiriert von Charles Darwins Worten über die wundersame Komplexität des Lebens schufen Guy Nader und Maria Campos „Natural Order of Things“. Neun Tänzer erschaffen auf der Bühne einen Organismus – ein Lebewesen, das sich ständig verändert, neu organisiert und auf den umgebenden Raum reagiert.
Colectivo Pioneer Squirrel/Lívia MM Balážová (Slowakei): CAMILLE
📍Nedbalka -Galerie
Die Performerin und Choreografin Lívia MM Balážová widmet sich dem Leben der französischen Bildhauerin Camille Claudel – einer Frau, die an der Grenze zwischen Genie und Wahnsinn schöpfte. Inspiriert von Claudels zyklischer kreativer Geste „Ich mache, ich mache rückgängig, ich mache neu“ erkundet sie den weiblichen Körper durch die Körpersprache als Raum des Kampfes zwischen Persönlichem und Beruflichem, Traum und Realität, Freiheit und Begrenzung.
Dominik Więcek: GLORY GAME (Polnisch)
📍 Slowakisches Nationaltheaterstudio
Die Choreografie lotet die Grenzen des menschlichen Körpers unter ständiger Kameraüberwachung aus. Die fesselnde körperliche Performance offenbart, wie die Medien Sportler zu Objekten der Faszination und Opfern ihrer eigenen Leistung machen. In hypnotischer Zeitlupe beobachten wir auf einem Sandplatz – Arena, Schlachtfeld und Zufluchtsort zugleich – ein außergewöhnliches Spiel der Körper an der Grenze menschlicher Möglichkeiten.
Neben einem intensiven künstlerischen Erlebnis erwarten die Zuschauer auch völlige Nacktheit und Stroboskopeffekte. Freigegeben ab 18 Jahren.
tanzmainz & Moritz Ostruschnjak (DE): TRAILER PARK
Aufführung für Gymnasiasten
Zehn Tänzer balancieren auf einer leeren Bühne zwischen analoger und digitaler Welt. Trailer Park des renommierten Münchner Choreografen Moritz Ostruschnjak, kreiert für das tanzmainz-Ensemble, lässt sich von Internetvideos und dem Phänomen der Meme-Kultur inspirieren. Ostruschnjak verwandelt Bewegungen aus sozialen Medien in intensive Körperchoreografien, die die Auswirkungen der Digitalisierung auf unseren Körper und unsere Gesellschaft erforschen. Das Ergebnis ist ein energiegeladenes, explosives und zeitgemäßes Tanzstatement, das jeden Zuschauer in seinen Bann ziehen wird.
Solène Weinachter (FR/UK): NACH ALLEM
In AFTER ALL fragt Solène Weinachter mit Tanz, Theater und gesprochenem Monolog humorvoll nach der Auseinandersetzung mit dem Lebensende. Spielerisch, direkt und witzig lässt sie das Publikum an verschiedenen Formen vergangener und gegenwärtiger Bestattungsrituale teilhaben und denkt über die Gestaltung zukünftiger Rituale nach. Die Choreografie ist ein gelungener Versuch, einen Raum zu schaffen, in dem wir gemeinsam nach einem Weg suchen, den Verlust zu akzeptieren und über die Endlichkeit der menschlichen Existenz nachzudenken. AFTER ALL schafft einen Raum, in dem Trauer und Erinnerung mit Offenheit, Neugier und auch Freude aufeinandertreffen.
Inhaltswarnung: Themen wie Tod, Sterben und Verlust. Die Aufführung findet auf Englisch statt.
Dance On Ensemble & Lucinda Childs & Miki Orihara (Deutschland/USA): STEIN
Die amerikanische Ikone des postmodernen Tanzes Lucinda Childs kehrt an der Seite von Miki Orihara auf die Bühne zurück, einer unverwechselbaren Tänzerin, die aus ihrer Zeit bei der Martha Graham Dance Company bekannt ist. In der neuen Choreografie STEIN trifft Bewegung auf Text, Präzision auf Fluidität und persönliche Erinnerung auf kreative Präsenz. Die Bühne ist umgeben von Bildern der Ozeane, die – wie der Tanz – endlose Bewegung und ständigen Wandel evozieren.
Manuel Roque (CA): BANG BANG
📍 A4 – Raum der zeitgenössischen Kultur
Bang Bang ist eine körperliche Herausforderung. Die unerbittlichen, repetitiven Sprünge stellen die Konzentration und Ausdauer zweier Performer auf eine harte Probe. In ihrer allmählichen Erschöpfung offenbaren sich Stärke und Verletzlichkeit, Disziplin und Menschlichkeit. Der kanadische Choreograf Manuel Roque schafft ein Erlebnis, in dem Individualität verschwindet und der Körper zum politischen Werkzeug wird. Bang Bang ist zugleich eine Warnung vor der Faszination der Performance, die einen Künstler an den Rand der Erschöpfung treiben kann. Das Ergebnis ist ein poetisches und schonungslos ehrliches Tanzstatement.